Instrumente

 


... viele Instrumente, die wir bauen sind den meisten Menschen unbekannt. Es sind historische und neu entwickelte Instrumente. Oft sind die Konzepte die ihnen zugrunde liegen in Vergessenheit geraten. Manchmal haben wir sie aber schlichtweg selbst erfunden.


Jedem sein Instrument

Da bei uns jeder sein eigenes Instrument bauen kann, entstehen hier viele ungewöhnliche Unikate. Es sind Volksmusik-Instrumente: Ihre Wurzeln reichen Jahrhunderte, Jahrtausende zurück, ihre Gestalt ist vielfältig, oft sehr modern.

 

Eine Auswahl bei uns gebauter Instrumente (die Bilder sind anklickbar): 

AltchrottaHandtrommelCharlottenburger LyraDulcimerSopranchrottaLyragitarreViotta

 


 

Die Chrotta (von wallisisch: Chrwth) gehört zur Familie der Streichlyren. Geschichtlich ist wenig bekannt über dieses Instrument. Es war ein heiliges Instrument der Kelten und Germanen, für die sein Klang magische Wirkung hatte. Im Zuge der Christianisierung Europas wurde die Chrotta nach Norden verdrängt und war zuletzt um 1900 in Wales zu Hause.

 

Heute wird die Chrotta hauptsächlich in der Musiktherapie verwendet. Die Chrotta wird wie eine Schoßgeige gespielt. Ihr leichtes Ansprechen und ihr warmer grundtöniger Klang machen sie sehr beliebt bei Anfängern und Liebhabern alter Musik.

 

 

Der Dulcimer gehört zur Familie der Bordunzithern.
Er wird auf dem Schoss oder auf dem Tisch gespielt.

Unsere Version hat 6 Saiten und ist diatonisch bundiert.
Die Stimmungen sind üblicherweise dd aa aa oder Cc, ff, cc   / Cc, gg, cc.

Der Name Dulcimer bedeutet süße Melodie (dulce und melos) und tatsächlich klingen die Melodien sehr schön und voll. Die Doppelsaiten und die harmonische Grundstimmung bewirken, dass auch Anfänger schnell ein gutes Spielergebnis zustande bringen. Durch die vorgegebenen Halbton und Ganztonschritte können sich wenig Fehler einschleichen.

 

 Die Gitarre ist ein  vielgestaltiges Instrument. Die bekannteste Form der klassischen Konzertgitarre wird bei uns zwar auch im Baukurs angeboten, es wird jedoch auch experimentiert und entworfen.

 Sie war das Instrument der Götter, Könige und Helden: Der Sage nach erfunden durch Hermes, gespielt von Apollo, Orpheus, König David, Nero ... Mit ihr wurden Heldengesänge, Epen, Huldigungen und Danksagungen an die Götter begleitet als Lyrik, Harmonie und Bewegung noch untrennbar in der Musiké des antiken Griechenlandes vereint waren. Noch heute ist die Lyra als Symbol der Harmonie schlechthin allgegenwärtig. Sie ziehrt Notenständer, die Wände unserer Konzerthäuser, zahlreiche Musikinstrumente, Troubadix versucht sich auf ihr ... aber die Frage, wie sie gespielt wurde, ist bis heute Anlass hitziger Debatten.

 

Wir haben die Lyra als geniales Einstiegsinstrument für die harmonische Liedbegleitung entdeckt. Ihre acht Saiten werden auf die Stammtöne gestimmt (c,d,e,f,g,a,h,c´) und die Töne, die nicht klingen sollen, werden abgedämpft. Wenn nun über alle Saiten geschlagen wird erklingt ein Akkord aus den freigelassenen Saiten.


 

 

KastenlyraDie Lyra gibt es auch als MIBStrument: ein Instrument, dass von Schülern in Projektwochen oder AGs selbst gebaut werden kann. Mindestalter: 8 Jahre, Bauzeit ca. 50 Std.

Dieses Instrument ist das Resultat einer über dreißig Jahre dauernden Bemühung: Die Entwicklung einer Handtrommel, die gleichermaßen einen vorsichtigen Fingertip und kräftigen Slap deutlich vernehmbar wiedergibt, ohne die eine oder andere Technik zu bevorzugen. Herausgekommen ist auf den ersten Blick eine sehr „normal“ und eher unscheinbar wirkende Handtrommel aus Holz in der so genannten „Küferbauweise“.
Sie vereint in sich Eigenschaften der afrikanischen Djembe und der südamerikanischen Conga gleichermaßen wie einige Möglichkeiten verschiedener asiatischer Trommeln. Durch entsprechende Abschwächung der Spannung entsteht ein Sound, wie er einigen indianischen Schamanentrommeln eigen ist. Die Spandauer Handtrommel trägt in sich eine große Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten. Leises Tröpfeln, stetes Prasseln, hartes Peitschen lässt sich ebenso darstellen, wie sanftes, rhythmisches Wiegen, diffiziles Begleiten und harter Beat.

ViottaDie Viotta ist, wie ihr Name anzeigt, eine Kreuzung aus Violine und Chrotta. Sie besitzt bauliche Merkmale beider Instrumentenarten. Die Violine ist leicht am Hals mit der charakteristischen Schnecke zu erkennen, während sich die Chrottaanteile (flacher Boden, flache Decke, durchgehender Chrotta-steg) erst auf den zweiten Blick zeigen.

Durch die besondere Konstruktion ist die Viotta trotz ihrer geringen Größe stark grundtönig. Mit ihren drei Saiten ist die Viotta gut geeignet für den Einstieg in das Streichen, da die Führung des Bogens gegenüber einem viersaitigen Instrument erleichtert ist. Durch die bei Bedarf anzubringenden Bünde können auch Ungeübte leicht die richtigen Töne treffen.

Die Viotta existiert im Rahmen der MIBS-Projekte in vierfacher Ausführung: Als Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassinstrument.

Die Standartstimmung ist g,d,a (in den verschiedenen Oktaven) kann je nach Bedarf aber auch anders gewählt werden:
Sopranviotta: g,d,a oder d,a,e;
Alt-, Tenor- und Bassviotta: c,g,d oder g,d,a.

Die Zitadellen-CisterDie Zitadellen-Cister ist eine Halslaute mit tropfenförmigem Korpus. Sie hat vier Saiten, gestimmt in den Abständen einer Quinte. Das abgebildete Tenorinstrument hat die Stimmung  c2  g2  d3  a3.

Gespielt wird die Zitadellen-Cister in der Regel mit einem Plektrum, sie kann aber auch mit den Fingern gezupft werden. Die Cister ist gleichermaßen zur Liedbegleitung und zu differenziertem Melodiespiel hervorragend geeignet. Sie kann im Ensemble und solistisch gespielt werden.

Der Name Zitadellen-Cister leitet sich zum einem von dem Orte her, an dem das Instrument entstanden ist; auf der Zitadelle Spandau  wurde es 2004 von Norbert Dobisch entwickelt. Zum anderen bezeichnete man mit den Wörtern „Cister“ und „Sister“ das gleiche Instrument, dass bis zum Ende des 18. Jahrhunderts  in  Deutschland  Zither hieß: „Cistre, also nennen die Franzosen eine italienische Kitare oder Zitter.“

 

Die Cister gehört zu den MIBStrumenten, kann also auch mit Schulklassen gebaut werden.